Verliebt in den Tierarzt

Jedesmal wenn ich mit meinem Hund, einem großen Berner-Sennen-Rüde zum Tierarzt fahre, macht er im Auto schon in dessen Auffahrt ein riesiges Spektakel, so freut er sich auf seinen Tierarzt und zieht mich regelmäßig wie einen Schlitten hinter sich her in die Praxis: kein anderer Hund, kein anderer Mensch kann ihn ablenken, er will zu seinem Tierarzt.
Sind wir dann schließlich im Wartezimmer, dann sitzt mein Hund, zwar an der Leine, aber mitten im Wartezimmer mit starrem Blick zu jener Tür, wo es zu den Behandlungsräumen geht. Hört er dann den Tierarzt gehen oder reden, ist es ganz aus, dann zieht er zu ihm, dass ich mich kaum auf dem Stuhl halten kann, fiept ihm freudig entgegen und wenn es dann soweit ist, rennt er förmlich auf ihn zu. Kommen wir nicht sofort dran, wird jeder anderer Tierarzt böse angebellt! Als unser Tierarzt einmal den Behandlungsraum verlassen musste, ließ ich die Leine los und mein Hund rannte hinter ihm her. Ein andermal klopfte es während der Behandlung an der Tür und draußen stand ein Kunde, mit dem der Tierarzt sich kurz unterhielt, das passte meinem Hund nun GAR NICHT und er bellte den Tierarzt einmal kräftig an!!

Sind wir fertig und haben auch bezahlt, geht der Zirkus weiter, dass mein Hund die Praxis nicht verlassen will. Stehen wir dann glücklich draußen, zieht er mit aller Macht zurück in die Tierarztpraxis!

Als er dann vor der Praxis noch das Auto des Tierarztes mal entdeckt hatte, der Einstieg roch wohl stark nach ihm, war es auch kaum möglich, ihn von dem Auto wegzubekommen.
Er liebt nun mal seinen Tierarzt über alles!

Mein Hund ist, Gott sei Dank, ein gesunder Hund, aber auch der muss mal zum Tierarzt und er lässt alles problemlos mit sich machen, zeigt überhaupt keine Angst, im Gegenteil. Bei einer Blutabnahme stand er völlig bewegungslos auf dem Untersuchungtisch und es hätte nicht viel gefehlt und er hätte seinem Tierarzt mal kurz das Gesicht mit der Zunge sauber gemacht. Auch bei Impfungen hält er artig still und gibt keinerlei Töne von sich, es ist alles in Ordnung, was sein Tierarzt macht, zu dem er vollstes Vertrauen zu haben scheint. Ein seltener Glücksfall von Patient in einer Tierarztpraxis!

Autorin: Paula M., 08.06.2011

5 Gedanken zu “Verliebt in den Tierarzt”

  1. Wenn es direkt so super abläuft, dann ist natürlich alles im grünen Bereich. Ich hatte anfangs auch große Probleme mit dem Tierarztbesuch. Dann habe ich angefangen den Tierarzt alle 14 Tage kurz zu besuchen und meiner Luna ein Leckerlie gegeben und dann wieder ohne Behandlung gegangen. Das hat das ganze total entschärft. Nun können wir ohne Probleme den Tierarzt aufsuchen.
    LG
    Sophia

  2. Du Glückliche, mein Hund dagegen bekommt richtige Panik und ist nur mit Leckerlis zu beruhigen. Auf der Hinfahrt hört er garnicht auf laut zu jaulen und zu bellen. 🙁

  3. Das ist wirklich selten, da hast du aber Glück mit deinem Hund. Ich habe mal ein Praktikum bei einem Tierarzt gemacht und hab nicht einen Hund erlebt, der sich gefreut hat. Entweder war da große Angst und Herrchen oder Frauchen musste den Hund an der Leine reinziehen oder sie zeigten absolute Resignation dem Tierarzt gegenüber. Dann wünsch ich dir, dass es nur bei den Impfungen bleibt und er seinen Tierazt weiterhin mit großer Freude begegnet 😉

  4. Im Gegensatz zu manch anderem Hund, ist meiner auch gerne beim Tierarzt… während im Wartezimmer diverse andere Hundis wie Espenlaub zittern. Vielleicht strahlt sein Frauchen ja eine solche Ruhe aus 😀

    Liebe Grüße,
    Anke

  5. Gott lob … welch ein prima Hund. Könnte sich mein Schäfi namens Chandor mal eine Scheibe abschneiden. Mag TA prinzipiell nicht. Rallt es schnell, wenn dieser mal gewechselt wird und wir dort einmal nur vorbeifahren. Haben nun schon seit ein paar Jahren ein ganz liebe und tolle Tierärztin. Mögen tut er sie trotzdem nicht. Beist zwar nicht, doch es bedarf viiiiieeeeeel Überzeugung, um regelmäßig eine erforderliche Untersuchung oder Impfung vorzunehmen.

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